Das Museum »Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst« in Hannover beherbergt und erforscht das Werk Wilhelm Buschs sowie eine Karikatursammlung, die die Geschichte dieser Kunstform von 1600 bis in die Gegenwart abbildet. Die Sonderausstellung »BÖSE?! Widerstand und Verbrechen – 160 Jahre Max und Moritz« widmet sich Wilhelm Busch und seinen bösen Buben direkt und persönlich. Als die Geschichte 1865 erschien, war nicht abzusehen, welchen Erfolg sie haben sollte. Sie gilt als eines der meistverkauften Kinderbücher und wurde in mehr als 300 Sprachen bzw. Dialekte übersetzt. Die Ausstellung befasst sich nicht nur mit der Entstehung von Max und Moritz und der Frage, was »böse« bedeutet, sondern auch mit damit verbundenen moralischen Themen wie Ungehorsam, Widerstand und Verbrechen in Vergangenheit und Gegenwart. Neben Zeichnungen, Skizzenbüchern, Karikaturen, Gemälden und Bildergeschichten von Wilhelm Busch sind historische Fotografien, Filmbeispiele, Plakate aus der Sammlung des Museums sowie Werke zeitgenössischer Künstler_innen zu sehen.
Bei der Ausstellungsgestaltung entschieden wir uns für einen konstruierten Font und eine dunkle Farbwelt aus Rot und Schwarz, die das Thema »Böse« inszenieren. Im Zentrum der Ausstellung dienen konturgeschnittene »Folterwerkzeuge« – inspiriert durch »Max und Moritz« – als überdimensionierte Installation zur Unterteilung der Ausstellungsbereiche. Bedruckte Stoffbahnen mit einer Illustration Wilhelm Buschs führen die Besucher_innen vom biografischen Teil der Schau ins dunkle Thema des Bösen. Neben der Ausstellung verantworteten wir weiters die grafische Gestaltung des Ausstellungskatalogs, der mit einer offenen Fadenheftung aufwartet. Rote Verläufe im Bund lassen ebenso den Rücken in Rot erstrahlen. Die markante Wortmarke fand zudem auf verschiedensten Merchandise-Artikeln Anwendung.
Fotografie: Mathias Voelzke
Lektorat: textstern
Verlag: Göttinger Verlag der Kunst